Kampf gegen Covid 19: Deutschland wird seine Beschränkungen verschärfen

Germanboss 8 Dec

Kampf gegen Covid 19: Deutschland wird seine Beschränkungen verschärfen

Deutschland, das lange als positives Beispiel für den Umgang mit der Gesundheitskrise galt, kämpft mit der Eindämmung der zweiten Welle der Covid-19-Epidemie und bereitet sich sogar darauf vor, die Restriktionen in den am schlimmsten betroffenen Regionen zu verschärfen.

Während andere europäische Länder, die sich für eine strenge Eindämmung entschieden haben, wie Großbritannien und Frankreich, eine Lockerung ihrer Maßnahmen planen oder vorbereiten, wird das bevölkerungsreichste Land des Kontinents im Gegensatz dazu seine bisher allgemein flexiblen Regeln verschärfen.

Und Angela Merkel, die vor einigen Monaten erneut für die Wirksamkeit ihrer Politik gelobt wurde, kämpft diesmal darum, angesichts des Virus im Land einen kohärenten und einheitlichen Kurs beizubehalten. Sie drängt auf eine Einigung über neue Maßnahmen, die noch vor Weihnachten erreicht werden soll. Sie sprach von einer “sehr schwierigen” Situation und schätzte bei einem Treffen mit ihrer konservativen Fraktion (CDU-CSU) ein, dass das Land mit den derzeitigen Maßnahmen “den Winter nicht überstehen” werde.

Wenn wir uns nur auf die Hoffnung verlassen, werden wir nichts erreichen“, sagte sie, so die Teilnehmer, die gegenüber der AFP erklärten. Angesichts der stagnierenden Zahl der Neuinfektionen warnte Regierungssprecher Steffen Seibert am Nachmittag, Deutschland sei “weit von der erhofften Trendwende entfernt“.

Mehrere politische Führer fordern ein weiteres Sondertreffen zwischen der Bundesregierung und den regionalen Führern, das bald stattfinden soll, um die Regeln im ganzen Land zu harmonisieren.

Am Samstag wurden vom Robert-Koch-Institut 23.318 Neuinfektionen in den letzten 24 Stunden registriert. Mehr als zum Beispiel in Frankreich, das sich für eine strikte Eindämmung entschieden hat. Nach Angaben der Interdisziplinären Vereinigung für Intensivmedizin (DIVI) sind in Deutschland nur noch 20% der Betten auf der Intensivstation verfügbar, d.h. 5450 Plätze. Die Zahl der Covid-19-Patienten, die am Montag auf der Intensivstation behandelt wurden, betrug 4179, verglichen mit etwa 220 Anfang September.

 

Neue Einschränkungen

Aufrufe zur Wachsamkeit scheinen immer weniger Gehör zu finden, insbesondere in Großstädten. “Es liegt auf der Hand und ist notwendig, dass jedes Land überlegt, welche Maßnahmen es ergreifen könnte, um Neuinfektionen einzudämmen“, sagte Seibert und bezeichnete die Verschärfung der Sonntagsregelung in Bayern als “gut und fair“.

Der Chef der größten deutschen Region kündigte ab Mittwoch lokale Ausgangssperren und Teilschließungen von Schulen an. Auch Reisen müssen auf ein striktes Minimum beschränkt werden, zum Beispiel aus medizinischen Gründen. “Dies ist der letzte Schritt” vor der totalen Eindämmung, warnte Markus Söder am Montag.

Auch das ostsächsische Bundesland, das bei den Neuinfektionszahlen führend ist, bereitet sich auf eine Verschärfung der Gesetzgebung vor, ebenso Hessen, die Region der Finanzhauptstadt Frankfurt. Andere Regionen, die weniger betroffen sind, fordern jedoch mehr Flexibilität. Und die öffentliche Meinung scheint in Aufruhr zu sein. Infolgedessen wird der deutsche Föderalismus, der in der ersten Welle der Pandemie als vorteilhaft angesehen wurde, heute als ein Handicap angesehen.

 

Feierlichkeiten verboten?

Deutschland hat es bisher geschafft, eine strenge Enge zu vermeiden und sich für eine weniger drastische Version als seine Nachbarn zu entscheiden. Seit November sind Bars, Restaurants, Sport- und Kultureinrichtungen geschlossen und öffentliche und private Versammlungen eingeschränkt, während Schulen und Geschäfte bisher geöffnet bleiben konnten. Hierbei gilt natürlich eine Maskenpflicht. Man denke auch über die Pflicht eines Mundschutz für Kinder nach.

Die aktuellen Beschränkungen bleiben bis zum 10. Januar in Kraft, wobei im Prinzip einige Erleichterungen vorgesehen sind, insbesondere für Versammlungen zwischen Weihnachten und Neujahr.

Letztere werden jedoch aufgrund der mangelnden Verbesserung der Gesundheitssituation zunehmend in Frage gestellt. Während sich die deutsche Regierung und die 16 regionalen Beamten auf ein Treffen am 4. Januar geeinigt hatten, konnte noch vor Weihnachten eine Dringlichkeitssitzung abgehalten werden.

Bei diesem Treffen “wird man sagen müssen, dass unsere derzeitigen Maßnahmen nicht ausreichen, um die zweite Welle wirklich zu brechen“, warnte Wirtschaftsminister Peter Altmaier am Montag.

Der Chef des Kanzleramtes und Angela Merkels rechte Hand, Helge Braun, plädierte in der Bildzeitung für gemeinsame Regeln in ganz Deutschland und plädierte dafür, “keine Silvesterfeiern” zu veranstalten.

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